Dichtersätze – dichte Sätze. Michel Houellebecq über Literatur und Rede.

Dichtersätze sind oft dichte Sätze. Dichter dürfen sich den Luxus dichter Sätze leisten. Dichter schreiben ja zum Lesen. Redenschreiber schreiben zum Hören.

Lese ich ein Buch, habe ich einen Vorteil, den ich als Hörer einer Rede nicht habe. Wenn ich lese, kann ich einen dichten Dichtersatz zweimal oder dreimal lesen, bis ich ihn ganz gesehen und erfasst und bis ich ihn wirklich verstanden und begriffen habe. Dann wirkt er auf mich.

Schreibe ich eine Rede, darf ich keine dichten Sätze schreiben. Erstens, weil sich dann der Redner zu schwer tut, das schön zu reden. Und zweitens, weil es dann der Hörer viel zu schwer hat, solch dichte Sätze zu verstehen. Das darf bei einer Rede nicht sein.

Aber im Buch, das zum Lesen geschrieben ist, darf das sein. Ich zeige Ihnen heute ein neues Beispiel: ein paar dichte Sätze aus dem soeben erschienenen Buch „Unterwerfung“.

Michel Houellebecq - Unterwerfung
Michel Houellebecq - Unterwerfung
Bild-Quelle: Amazon.de

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Ein genialer Redner: Zu Winston Churchills 50.Todestag am 24. Jänner

Ein Kunde hat mir vor einigen Tagen geschrieben: „Meine Frau hat mir übrigens zu Weihnachten das Buch ‚Der zweite Weltkrieg’ von Winston Churchill geschenkt. Ein Schmöker von fast 1200 Seiten. Ich habe es bereits ausgelesen und bin fasziniert von seinem Scharfsinn und Weitblick. Insbesondere die vielen Auszüge aus seinen Reden sind enorm inspirierend...“ Und fürwahr: Für seine starken, sendungsbewußten, schlicht-schönen Reden war Churchill bekannt, geschätzt und gefürchtet.

Zu seinem 50. Todestag zeige ich Ihnen heute eine seiner berühmtesten Reden. Die Struktur und manche der Stilmittel habe ich hervorgehoben, Sie erkennen das dann beim Lesen. Struktur und Stilmittel sind nicht patentiert, daher: Machen Sie es wie Churchill, wenn Sie eine besondere Führungsrede halten! Oder fragen Sie Ihren Redenschreiber
(= mich natürlich)!

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Schau’ dem Volk auf’s Maul!

Warum der Papst es gut und die Kaninenzüchter es schlecht gemacht haben

Zuerst: was ist geschehen? Dann weiter unten: mein Kommentar


1. Was ist geschehen?

Quelle: Tagesschau.de

Karnickel ist nicht gleich Karnickel

Was hat der Papst da nur angerichtet? Seinem Ruf als spontaner Redner machte er mit seinem Katholiken-Karnickel-Vergleich mal wieder alle Ehre.

"Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen."

Na, auch schallend darüber gelacht - oder wenigstens geschmunzelt?
Falls nicht: Könnte es sein, dass Sie Kaninchenzüchter sind? Die fanden den Vergleich nämlich gar nicht lustig, den der Pontifex da mit den kleinen kuscheligen Lieblingen angestellt hat. Ausschweifungen nur bei freilebenden Tieren

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